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Allgemeine Hinweise

Von China ausgehend breitet sich derzeit das neue Coronavirus SARS-CoV-2 aus. Das Akronym SARS steht dabei für Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Der Name weist auf die enge Verwandtschaft zum SARS-Virus hin, das 2002/2003 eine Epidemie ausgelöst hatte. Die Lungenkrankheit, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst werden kann, wird Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) genannt.

Infektionen des Menschen mit Coronaviren verlaufen meist mild und asymptomatisch. Es können Atemwegserkrankungen mit Fieber, Husten, Halskratzen, Atemnot und Atembeschwerden auftreten. In schwereren Fällen - überwiegend bei älteren Personen, oder Personen deren Immunsystem geschwächt ist - kann eine Infektion aber auch eine Lungenentzündung, ein schweres akutes respiratorisches Syndrom, ein Nierenversagen und sogar den Tod verursachen.

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus gelten die gleichen Hygieneregeln wie allgemein zum Schutz vor luftübertragbaren Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Influenza:

  • Händeschütteln vermeiden
  • Regelmäßiges und gründliches Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften

Durch diese einfachen Maßnahmen verringert sich die Ansteckungsgefahr von Infektionskrankheiten bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung erheblich.

Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus erhalten Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit.

Weiterführende Hinweise

Im Hinblick auf die Ausbreitung des Coronavirus sollten Unternehmen eine betriebliche Pandemieplanung erstellen. Die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung hat die entsprechenden Empfehlungen aktualisiert. Das Faltblatt "10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung" informiert darüber, was zu regeln ist.

Weitere Informationen zur Epidemiologie sowie Reisehinweise sind auf folgenden Seiten abrufbar:

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat häufige Fragen zu arbeitsrechtlichen Auswirkungen beantwortet: Fragen und Antworten

Hinweise zum Versicherungsschutz

Es liegt kein Arbeitsunfall vor, wenn sich eine Gefahr verwirklicht, von der ein Versicherter zur selben Zeit und mit gleicher Schwere auch außerhalb seiner versicherten Tätigkeit betroffen gewesen wäre. Die Betroffenheit ergibt sich zufällig und unabhängig von der versicherten Tätigkeit. Die Situation einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufenen Pandemie existiert in der aktuellen Situation erstmals und begrenzt ein Erkrankungsrisiko nicht mehr nur auf einzelne Gebiete; damit besteht in Bezug auf Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 eine weltweite Allgemeingefahr.

COVID-19-Erkrankungen in Folge einer Infektion mit SARS-CoV-2 sind damit grundsätzlich keine Arbeitsunfälle.

SARS-CoV-2-Infektionen, Verdachtsfälle und COVID-19-Erkrankungen sind daher grundsätzlich nicht durch die Unternehmen oder die Durchgangsärzte(D-Ärzte) als Arbeitsunfall zu melden. Es sollte auch keine Vorstellung beim D-Arzt erfolgen, da diese in der Regel auf eine Testung und Behandlung nicht vorbereitet sind.

Personen, die persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde oder entsprechende Krankheitssymptome aufweisen, sollten sich unverzüglich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, den Hausarzt oder die 116 117 anrufen - und zu Hause bleiben.

COVID-19-Erkrankungen in Folge einer Infektion mit SARS-CoV-2 können die Voraussetzungen einer Berufskrankheit der Ziffer 3101 der Anlage 1 zur Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) erfüllen. Es handelt sich dabei um Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war. Wesentliches Merkmal ist also, dass die Versicherten infolge der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit in bestimmten Bereichen einer gegenüber der allgemeinen Bevölkerung wesentlich erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt waren. Die Allgemeingefahr tritt dabei wegen des erhöhten beruflichen Risikos in den Hintergrund. Entsprechende berufsbedingte Infektionen mit SARS-CoV-2 und COVID-19-Erkrankungen können durch Kontakt mit infizierten Personen in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder beim Transport von infizierten Patientinnen und Patienten z. B. im Flugzeug und im Krankenwagen stattfinden. Weiterhin kann eine berufsbedingte Infektion in Laboratorien erfolgen, in denen Verdachtsproben auf Erreger untersucht werden.

Sofern der begründete Verdacht besteht, dass eine Berufskrankheit nach Nr. 3101 der Anlage 1 zur BKV vorliegt, ist eine BK-Anzeige zu erstatten. Von einem solchen begründeten Verdacht kann ausgegangen werden, wenn typische Krankheitsanzeichen bestehen, eine positive Testung vorliegt und ein Infektionsweg über die berufliche Tätigkeit wahrscheinlich ist.

Viele Kommunen organisieren aufgrund der Coronavirus-Krise Helferdienste in ihren Regionen, zum Beispiel Einkäufe für ältere Menschen. Die Freiwilligen melden sich nach einem Aufruf bei ihrer Gebietskörperschaft und werden von dieser dann beauftragt. Diese Helferdienste in der Organisationshoheit der Kommunen sind gesetzlich unfallversichert. Für die Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven ist die Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen der zuständige Unfallversicherungsträger. Vom Versicherungsschutz nicht erfasst sind allerdings Hilfsdienste, die aufgrund der sozialen Beziehung als selbstverständlich anzusehen sind.

Um in der aktuellen Krise insbesondere das Personal in Krankenhäusern und im hausärztlichen Bereich zu entlasten, werden auch pensionierte Ärzte und Ärztinnen, Pflegekräfte und Medizinstudenten und -studentinnen um Unterstützung gebeten. Vor diesem Hintergrund weisen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen darauf hin: Wer unentgeltlich, insbesondere ehrenamtlich, in einer Einrichtung des Gesundheitswesens oder der Wohlfahrtspflege tätig wird, steht dabei unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Gesetzlich unfallversichert sind natürlich auch alle in diesen Einrichtungen beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Anders sieht es dagegen bei selbständigen Tätigkeiten auf Honorarbasis aus. Ärztinnen und Ärzte müssen aufgrund ihrer freiberuflichen Selbständigkeit eine beitragspflichtige freiwillige Versicherung bei der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege abschließen, wenn sie diese Tätigkeit absichern möchten. Andere Honorarkräfte im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege wie beispielsweise selbstständig tätige Pflegekräfte sind bei der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege als Unternehmerinnen und Unternehmer beitragspflichtig gesetzlich unfallversichert.